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Im Rahmen der Vorstandssitzung der Oberösterreichischen Gesellschaft für Notfall- u. Katastrophenmedizin vom 11.05.2010 stellen wir fest:

Die telemetrische EKG-Befundübermittlung an den Kardiologen bzw. Internisten bietet dem Notarzt die Möglichkeit rasch am Notfallort eine exakte Diagnose zu stellen. Gerade in der Behandlung von Herzrhythmusstörungen kann das für das präklinische Management hilfreich sein. Bei der Versorgung von Myokardinfarktpatienten kann zusätzlich das diensthabende Herzkatheterlabor bereits im Vorfeld informiert werden, wodurch es insbesondere in der Nacht möglich ist, die door-to-balloon Zeiten zu verkürzen u. somit das Outcome der Patienten zu verbessern. Aus diesem Grund hat die europäische kardiologische Gesellschaft in ihren Guidelines zur präklinischen Diagnostik des Myokardinfarktes die telemetrische EKG-Befundübermittlung empfohlen.

Von technischer Seite muss eine schnelle, exakte u. fehlerfreie Befundübermittlung gegeben sein. Von Seiten der zu befundenden Internisten bzw. Kardiologen muss ein durchgehender 24-stündiger Bereitschaftsdienst gegeben sein. Weiters wird empfohlen, eine Telefon-Hotline für den Notarzt einzurichten, um den EKG Befund im Zusammenhang mit dem klinischen Beschwerdebild des Patienten zu beurteilen u. daraus die Indikation für eine Therapie abzuleiten.

Die praktische Erfahrung von bereits etablierten Telemetriesystemen, z.B. Krankenhaus Ried u. NAW Ried, zeigt eine große Zufriedenheit mit dem System sowohl von Seiten der Notärzte als auch von Seite der Internisten. Es darf allerdings festgestellt werden, dass das Telemetriesystem nicht sehr häufig zum Einsatz kommt.

Die telemetrische Befundübermittlung kann somit nur als Unterstützung in der Diagnostik von EKG-Befunden für Notärzte betrachtet werden. Es darf keine Verpflichtung für Notärzte geben, solche Systeme, sofern sie vorhanden sind, einsetzen zu müssen. Der befundende Internist bzw. Kardiologe kann den am Einsatzort tätigen Notarzt nur beraten. Die Entscheidung u. Verantwortung für eine entsprechende Therapie verbleibt allerdings beim Notarzt.

Die Grundvoraussetzung ist somit weiterhin eine fundierte u. praxisbezogene Ausbildung des Notarztes u. insbesondere eine regelmäßige Fortbildung in der Interpretation von EKG-Befunden u. Therapie von kardialen Notfällen. Nur so kann eine optimale präklinische Therapie von kardialen Notfallpatienten gewährleistet werden.

Dr. Daniel Kiblböck, Dr. Andreas Pauker, Dr. Günther Huemer

für den Vorstand der OGNK